Gaspreise 2026: Trotz Nahost-Konflikt sinken die Kosten für viele Haushalte
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17.09.2024
Eine Analyse zeigt, dass die durchschnittlichen Strom- und Gaspreise im Grundversorgungstarif der regionalen Versorger weiterhin weit über den Preisgrenzen der zu Jahresbeginn ausgelaufenen Energiepreisbremsen liegen. Obwohl die Einkaufspreise der Versorger seit dem Höhepunkt der Energiekrise im Herbst 2022 deutlich gesunken sind, bleiben die Grundversorgungstarife teuer. Im Gegensatz dazu sind die Tarifangebote für Neukunden seit Anfang 2023 flächendeckend unterhalb der Preisbremsen-Grenzen. Auch in den kommenden Monaten ist keine weitreichende Preissenkung bei den Grundversorgungstarifen zu erwarten, da nur wenige Versorger eine solche Maßnahme angekündigt haben.

Inhaltsverzeichnis
Eine Analyse zeigt, dass der durchschnittliche Strompreis im Grundversorgungstarif für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 kWh bundesweit bei 44,35 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegt, was jährliche Kosten von 1.774 Euro bedeutet. Etwa die Hälfte der über 800 untersuchten Grundversorgungstarife weist noch einen Arbeitspreis von über 40 Cent pro kWh auf.
Damit übersteigt das Preisniveau der Stromgrundversorgung, das bei etwa 44 Cent pro Kilowattstunde liegt, deutlich die Grenze von 40 Cent/kWh, an der sich der zu Beginn des Jahres ausgelaufene Strompreisdeckel orientiert hat. Haushalte, die solche Preise zahlen, sollten dringend nach günstigeren Stromtarifen suchen.
Ein deutlicher Rückgang dieses Preisniveaus ist momentan nicht abzusehen. Für September und Oktober wurden bisher sechs Strompreissenkungen von Grundversorgern angekündigt, die im Durchschnitt bei 11 Prozent liegen.
Da regionale Versorger häufig langfristige Beschaffungsverträge über Strom und Gas abgeschlossen haben, müssen viele die hohen Einkaufspreise der letzten Jahre an ihre Kunden weitergeben. Oft bieten diese Versorger jedoch auch günstigere Tarife außerhalb der Grundversorgung an, sofern die Kunden aktiv nach Alternativen suchen.
Der günstigste Tarif des lokalen Grundversorgers kostet im August 35,88 Cent pro Kilowattstunde, was bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh 1.435 Euro ergibt. Dies bedeutet, dass der Strom im Vergleich zum Standard-Grundversorgungstarif um etwa 19 Prozent günstiger bezogen werden kann. Der Nachteil liegt jedoch in der Vertragslaufzeit, die in der Regel 12 Monate beträgt, während der Grundversorgungstarif jederzeit kündbar ist.
Bei einem Wechsel zu einem anderen Stromanbieter lassen sich jedoch noch deutlich bessere Preise erzielen. Der günstigste überregionale Neukundentarif mit Preisgarantie liegt bundesweit bei 25,57 Cent pro Kilowattstunde. Dies führt zu jährlichen Kosten von 1.023 Euro bei einem Verbrauch von 4.000 kWh, was eine Ersparnis von etwa 42 Prozent im Vergleich zum lokalen Grundversorgungstarif bedeutet.
Im August 2024 liegt der durchschnittliche Gaspreis im örtlichen Grundversorgungstarif für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bei 14,22 Cent pro kWh, was Gesamtkosten von 2.844 Euro bedeutet. Etwa 80 Prozent der fast 800 Grundversorgungstarife haben aktuell einen Arbeitspreis, der über dem Gaspreisbremsendeckel von 12 Cent pro kWh liegt. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Preise die aktuelle Mehrwertsteuer von 19 Prozent enthalten, während zur Zeit der Energiepreisbremsen ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent galt.
Auch im Gasbereich bleiben die Preise der örtlichen Versorger weitgehend stabil. Für September und Oktober wurden 15 Preissenkungen mit einem durchschnittlichen Rückgang von 10 Prozent angekündigt, während sechs Versorger die Preise um durchschnittlich fünf Prozent erhöhen.
Der günstigste Gastarif eines lokalen Versorgers liegt aktuell bei durchschnittlich 11,50 Cent pro kWh, was jährliche Kosten von 2.300 Euro bedeutet. Ähnlich wie im Strombereich bieten die lokalen Versorger damit etwa 19 Prozent günstigere Tarife an.
Bei einem Neuabschluss des günstigsten überregionalen Tarifes mit Preisgarantie zahlen Haushalte derzeit 8,64 Cent pro kWh, was jährliche Kosten von 1.728 Euro bei einem Verbrauch von 20.000 kWh ergibt. Damit können Verbraucher durch einen Anbieterwechsel im bundesweiten Durchschnitt etwa 39 Prozent gegenüber dem örtlichen Grundversorgungstarif einsparen.
Das gleiche Muster zeigt sich bei Strom- und Gastarifen: Während die Grundversorgungstarife, die noch etwa ein Viertel der Haushalte nutzen, weit über den Preisgrenzen der Energiepreisbremsen liegen, bieten die regionalen Versorger für aktiv suchende Kunden deutlich bessere Konditionen. Kunden können durchschnittlich 19 Prozent sparen, indem sie in günstigere regionale Tarife wechseln. Überregionale Angebote sind noch bedeutend günstiger, sodass Haushalte ihre Energiekosten durchschnittlich um 42 Prozent bei Strom und 39 Prozent bei Gas reduzieren können, wenn sie die Grundversorgung verlassen.

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