Gaspreise 2026: Trotz Nahost-Konflikt sinken die Kosten für viele Haushalte
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Ab 2025 sind alle Stromanbieter in Deutschland verpflichtet, mindestens einen dynamischen Stromtarif anzubieten. Während nur vor einem Jahr nur wenige Grundversorger solche Tarife im Portfolio hatten, erfüllen inzwischen die meisten Anbieter die neuen Vorgaben rechtzeitig. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Untersuchung, die die Angebote der regionalen Grundversorger in den 50 größten Städten Deutschlands betrachtet hat. Eine Analyse über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigt hingegen, dass sich solche Börsenstromtarife für durchschnittliche Haushalte bislang finanziell nicht lohnen.

Inhaltsverzeichnis
Stromanbieter mit einer Kundenanzahl von mehr als 100.000 sind derzeit bereits dazu verpflichtet, mindestens einen dynamischen Tarif anzubieten. Ab 2025 wird diese gesetzliche Regelung dann für alle Anbieter的Geltung. Eine aktuelle Untersuchung der 50 größten Städte in Deutschland zeigt, dass in 45 dieser Städte die Grundversorger inzwischen dynamische Stromtarife im Angebot haben. Seit dem Herbst 2023 hat sich die Zahl dieser regionalen Tarife somit verzehnfacht.
Allerdings werden die dynamischen Tarife von den regionalen Anbietern bislang nur unzureichend beworben; sie sind häufig nicht auf den Webseiten der Anbieter ersichtlich, sondern lediglich über Suchmaschinen zu finden.
Für viele regionale Stromversorger ist die Einführung dieser dynamischen Tarife hauptsächlich eine formale Anforderung, da nur eine geringe Anzahl von Haushalten über die erforderlichen Smart Meter verfügt und diese Tarife oft eine detaillierte Erläuterung benötigen.
Die Preise für dynamische Tarife ändern sich stündlich, abhängig von Angebot und Nachfrage. Verbraucher, die ihre Stromnutzung flexibel anpassen, sollen dadurch langfristig bei ihrer Stromrechnung einsparen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Tarifen schneiden dynamische Stromtarife jedoch finanziell schlechter ab. Über die letzten fünf Jahre hinweg haben Nutzer, die täglich 10 Prozent ihres Verbrauchs in die Zeiten mit den niedrigsten Preisen verlagerten, im Durchschnitt 34,64 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gezahlt. Im Vergleich dazu waren es bei den besten Neukundenangeboten nur etwa 30,24 Cent pro kWh (mit Bonus) oder 33 Cent pro kWh (ohne Bonus). Somit lagen die Kosten für Börsenstromtarife rund 13 Prozent über denen der günstigsten Festpreise.
In den vergangenen fünf Jahren war es insgesamt vorteilhafter, regelmäßig den Energieanbieter zu wechseln, als sich für einen dynamischen Tarif zu entscheiden. Zwar gab es Phasen, in denen dynamische Tarife günstiger waren, jedoch unterliegen sie oft starkem Preisschwankungen. Dieses Risiko tragen nicht die Anbieter, sondern vollständig die Verbraucher.
Für normale Haushalte ist es gegenwärtig selten rentabel, den Stromverbrauch von Geräten wie Waschmaschinen oder Geschirrspülern auf die günstigeren Zeitfenster zu verlegen. Stehen allerdings regelmäßig das Laden eines E-Autos oder der Betrieb einer Wärmepumpe an und wird ein intelligentes Energiemanagementsystem eingesetzt, könnte sich die Situation jedoch ändern.
Zwischen Oktober 2022 und Mai 2023 konnten dynamische Tarife gelegentlich günstiger sein als herkömmliche Neukundentarife. In nahezu allen anderen Monaten ergab sich jedoch kein Preisvorteil bei diesen Tarifen. Während der Energiekrise mussten Kunden, die solche Tarife wählten, hingegen oftmals deutlich höhere Kosten tragen. Ein Preisdeckel in Höhe von 50 Cent pro kWh, der vor stark ansteigenden Strombörsenpreisen schützen sollte, ist lediglich bei einem Angebot eines regionalen Versorgers zu finden. Dabei wird jedoch auch ein Mindestpreis von 15 Cent pro kWh festgelegt, was bedeutet, dass die Verbraucher nur in begrenztem Umfang von Zeiten mit niedrigeren Strompreisen an der Börse profitieren können.
Die meisten dynamischen Stromtarife sind monatlich kündbar, was es den Verbrauchern erlaubt, bei längeren Phasen hoher Strompreise zu einem anderen Anbieter zu wechseln. In mindestens neun Städten hat der dynamische Tarif der lokalen Versorger jedoch eine Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten, und in mindestens zwei Fällen beträgt diese sogar 24 Monate.

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