Gaspreise 2026: Trotz Nahost-Konflikt sinken die Kosten für viele Haushalte
03.07.2026
Die geopolitische Lage im Nahen Osten ist angespannt, gleichzeitig blicken viele Haushalte in Deutschland mit Sorge auf ihre Heizkosten.
30.12.2025
Die Energiepreise gehören zu den wichtigsten laufenden Ausgaben im Haushalt. Nach den extremen Preissprüngen der vergangenen Jahre stellt sich für viele Verbraucher die Frage, ob sich die Situation inzwischen entspannt hat – und ob sich ein Wechsel des Strom- oder Gastarifs lohnt. Aktuelle Marktanalysen zeigen: Im Jahr 2025 sind die Preise für Strom und Gas im Durchschnitt spürbar gesunken. Gleichzeitig bleiben Tarife in der Grundversorgung oft deutlich teurer als spezielle Angebote für Neukundinnen und Neukunden.
Der folgende Überblick ordnet die Entwicklungen bei Strom- und Gaspreisen im Jahr 2025 ein, erläutert die Unterschiede zwischen Grundversorgung und Alternativtarifen und zeigt, in welchen Fällen sich ein genauer Blick auf den eigenen Vertrag besonders auszahlen kann.

Inhaltsverzeichnis
Im Jahresverlauf 2025 sind die Strompreise für private Haushalte deutlich zurückgegangen. Zu Jahresbeginn lag der durchschnittliche Strompreis bei rund 35,86 Cent pro Kilowattstunde (kWh), bis Dezember sank er auf etwa 32,92 Cent pro kWh. Das entspricht einem Rückgang von rund 8,2 Prozent.
Für einen typischen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh ergaben sich im Mittel Stromkosten von rund 1.390 Euro im Jahr 2025. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Arbeitspreis von etwa 34,76 Cent pro kWh, der bereits die Grundpreise der Verträge berücksichtigt.
Deutlich über dem Marktdurchschnitt lag weiterhin die örtliche Grundversorgung. Die Grundversorgung ist der gesetzlich geregelte Basistarif des örtlichen Energieversorgers, in den Haushalte automatisch fallen, wenn kein anderer Liefervertrag besteht.
In diesem Bereich zahlten Haushalte im Jahr 2025 im Schnitt rund 44 Cent pro kWh und kamen damit auf jährliche Stromkosten von etwa 1.760 Euro bei 4.000 kWh Verbrauch. Im Verlauf des Jahres verteuerte sich die Grundversorgung leicht um rund 0,5 Prozent, während andere Tarife günstiger wurden.
Anders entwickelte sich der Markt für Neuverträge: Die günstigsten Stromtarife mit Preisgarantie verbilligten sich im Jahr 2025 deutlich. Zu Jahresbeginn lagen sie bei etwa 28,27 Cent pro kWh, bis Ende des Jahres sanken die Preise auf rund 23,25 Cent pro kWh. Das bedeutet einen Rückgang von rund 18 Prozent.
Für Haushalte in der Grundversorgung ergibt sich daraus ein erhebliches Einsparpotenzial. Ein Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch kann durch einen Wechsel vom teuren Grundversorgungstarif in einen der günstigsten verfügbaren Neukundentarife im Durchschnitt mehr als 800 Euro pro Jahr einsparen.
Preisgarantien sichern dabei zu, dass zentrale Preisbestandteile – etwa Energiekosten, Netzentgelte oder Abgaben – für einen festgelegten Zeitraum nicht erhöht werden. Die genaue Ausgestaltung hängt jedoch vom jeweiligen Vertrag ab und sollte im Einzelfall sorgfältig geprüft werden.
Zum Jahreswechsel 2025/2026 werden die Preissenkungen nun zunehmend auch in der Grundversorgung sichtbar. Bundesweit haben regionale Grundversorger 357 Strompreissenkungen angekündigt, im Durchschnitt um rund 8,7 Prozent. Damit senkt knapp jeder zweite Grundversorger seine Preise. Von diesen Anpassungen profitieren rund 3,4 Millionen Haushalte, die noch im Grundversorgungstarif beliefert werden.
Parallel dazu sind 17 Strompreiserhöhungen mit einem durchschnittlichen Plus von 1,7 Prozent angekündigt worden. Für alle übrigen Haushalte in der Grundversorgung bleiben die Preise vorerst unverändert. Insgesamt führt dies dazu, dass der bundesweite Durchschnittspreis in der Strom-Grundversorgung zum Jahreswechsel um etwa 2,9 Prozent sinkt.
Ein Beispiel: Zahlt eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh aktuell 1.763 Euro im Grundversorgungstarif, verringern sich die Kosten im neuen Jahr auf etwa 1.713 Euro.
Hinter den Preissenkungen stehen mehrere Faktoren. Zum einen werden die Stromnetzentgelte – also die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze – durch einen milliardenschweren Zuschuss des Bundes zum Jahreswechsel im Durchschnitt um rund 16 Prozent reduziert. Zum anderen sind die Großhandelspreise für Strom im Verlauf von 2025 gesunken.
Diese Entwicklung verschafft Energieanbietern Spielräume, Endkundentarife zu senken. Gleichwohl bleiben viele Grundversorgungstarife trotz Reduzierung weiterhin deutlich teurer als günstige Sondertarife. Ein Vergleich der verfügbaren Angebote kann sich daher weiterhin lohnen.
Auch beim Gas zeigt sich 2025 eine Entspannung. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte sank im Jahresverlauf von 11,53 Cent auf 10,74 Cent pro kWh, was einem Rückgang von rund 6,8 Prozent entspricht.
Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ergaben sich daraus im Mittel Gasjahreskosten von rund 2.256 Euro. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von etwa 11,28 Cent pro kWh inklusive Grundpreis.
In der örtlichen Gas-Grundversorgung lagen die Kosten weiterhin deutlich höher als im Durchschnitt aller Tarife. Für denselben Verbrauch von 20.000 kWh mussten Haushalte in der Grundversorgung rund 2.802 Euro pro Jahr bezahlen. Der Arbeitspreis lag damit bei etwa 14 Cent pro kWh und damit klar über dem Marktniveau. Im Jahresverlauf stieg der Preis in der Grundversorgung leicht um etwa 0,4 Prozent.
Die günstigsten Gasangebote mit Preisgarantie wurden 2025 spürbar günstiger. Zu Jahresbeginn lagen sie bei rund 9,69 Cent pro kWh, bis zum Jahresende sanken sie auf etwa 8,24 Cent pro kWh. Das entspricht einem Rückgang von rund 15 Prozent.
Für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch ergibt sich so ein hohes Sparpotenzial: Ein Wechsel aus der teuren Gas-Grundversorgung in einen der günstigsten Neukundentarife kann die jährlichen Heizkosten aktuell im Durchschnitt um rund 1.158 Euro senken.
Die Entlastung durch sinkende Gaspreise setzt sich auch im Jahr 2026 fort. Zum Jahreswechsel haben die regionalen Grundversorger 230 Gaspreissenkungen angekündigt, im Schnitt um rund 6,4 Prozent. Damit senkt gut ein Viertel der Grundversorger seine Gaspreise und entlastet etwa 1,8 Millionen Haushalte.
Gleichzeitig wurden 49 Gaspreiserhöhungen mit einem durchschnittlichen Plus von 6,1 Prozent gemeldet. Alle übrigen Grundversorger lassen ihre Preise zunächst unverändert. Unter dem Strich sinkt der bundesweite Durchschnittspreis der Gas-Grundversorgung zum Jahreswechsel um etwa 2,9 Prozent.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Musste eine Familie mit 20.000 kWh Gasverbrauch bislang 2.806 Euro pro Jahr zahlen, werden es voraussichtlich rund 2.725 Euro sein.
Die Belastung der Haushalte wird dabei von verschiedenen Faktoren bestimmt. So fällt im Jahr 2026 die Gasspeicherumlage weg, die bisher zur Finanzierung der Gasspeicher diente. Dieser Wegfall wirkt entlastend, auch wenn die Gasnetzentgelte tendenziell steigen.
Senkungen der Endkundenpreise resultieren vor allem aus den gegenüber dem Krisenjahr deutlich gesunkenen Beschaffungskosten der Gasversorger. Wie stark sich dies im konkreten Tarif niederschlägt, hängt jedoch vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab.
Die Zahlen zeigen: Die allgemeine Marktlage bei Strom und Gas hat sich 2025 verbessert, und weitere Entlastungen sind zum Jahreswechsel in Sicht. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzusehen:
Die genannten Durchschnittspreise beruhen auf einer Auswertung der veröffentlichten Tarife der örtlichen Strom- und Gas-Grundversorger in Deutschland. Für Strom wurden dazu die Preise von rund 800 Grundversorgern, für Gas die Tarife von etwa 700 Grundversorgern betrachtet.
Die Werte für Neuverträge beziehen sich auf typische Musterhaushalte:
In die Berechnungen fließen sowohl der Arbeitspreis pro kWh als auch der jährliche Grundpreis ein. Für Neuverträge wurde jeweils der günstigste verfügbare Tarif mit einer Preisgarantie von 12 Monaten berücksichtigt, inklusive möglicher Boni. Die Durchschnittswerte werden bundesweit gewichtet, sodass regionale Unterschiede im Preisniveau einbezogen sind.
Die dargestellten Informationen bieten eine Orientierung, ersetzen jedoch keine individuelle Tarifberatung. Für konkrete Entscheidungen ist es sinnvoll, den eigenen Verbrauch, den aktuellen Vertrag und die verfügbaren Alternativen im Detail zu prüfen.

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